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Pressemitteilung "DERWESTEN" - WAZ
vom 06.06.2011, Piet Keusen

Firma Biotec aus Emmerich verabschiedet sich vom Atomstrom

derWesten

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Emmerich, Ulrich Schnakel, überreichte dem Managing Director der Firma Biotec, Peter Brunk, eine Urkunde.           Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool

Die Emmericher Firma Biotec bezieht als erstes Unternehmen in Emmerich ab sofort nur noch Ökostrom bei einem Verbrauch von knapp fünf Millionen Kilowattstunden. Ein Zertifikat des TüV Nordrhein belegt dies.

Das Bundeskabinett beschloss den Atomaus-stieg. Bis 2022 soll das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz sein. Peter Brunk wollte so lange nicht warten. Der Direktor der Firma Biotec aus Emmerich verkündete schon am Montag, dass sein Unternehmen nur noch grünen Strom bezieht. Und präsentierte stolz ein Zertifikat des TüV Nordrhein, das belegt, dass Biotec ab sofort reinen Ökostrom bezieht. Als erstes Unternehmen in Emmerich.

Biotec setzt auf die Umwelt. In Emmerich produziert das Unternehmen biologisch abbaubare Kunststoffe. „Wenn Beispielsweise Länder wie Italien die Plastiktüte verbieten, dann entwickeln wir Alternativen.“ Nicht aus Erdöl sondern bei-spielsweise aus Kartoffelstärke oder Milchsäure.

In Emmerich wird das Granulat aus biologisch abbaubaren Materialien hergestellt. In aller Welt entstehen daraus dann zum Beispiel Bänder, Becher, Bestecke, Beutel, Blumenschalen, Einwickelpapiere, Folien, Gartenbaufolien,

Golftees, Netze, Pflanztöpfe, Säcke oder Ver-packungen. Damit ist Biotec einer der größten Hersteller der Welt, in diesem Jahr erwartet Brunk sogar 70 Prozent Wachstum.

Granulat muss gekühlt werden
Damit hat die Fabrik allerdings auch einen großen Energiebedarf, da das Granulat bei der Herstellung herunter gekühlt werden muss. 4,7 bis 5 Millionen Kilowattstunden Strom bezieht Biotec im Jahr.

Zum Vergleich: Eine Durchschnittsfamilie mit zwei Kindern verbraucht im Jahr gerade einmal rund 4000 Kilowattstunden. Den mehr als tausendfachen Bedarf deckt das Unternehmen an der Werner-Heisenberg-Straße nun mit grüner Energie. „Das ist die richtige Stromversorgung für unser Produkt“, sagt Brunk, „die Kunden verlangen eine Ökobilanz, und für ökologische Produkte sollte auch ökologischer Strom verwendet werden“. Ausstieg kann so einfach sein.

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